Eigeninitiative fördern: Siedlungsgemeinschaft Hohenbuschei diskutierte Grünpflege

Eine gut besuchte Mitgliederversammlung konnte am 14.11.2019 der Vorsitzende der Siedlungsgemeinschaft Hohenbuschei, Ulrich Gräf, erstmal in der Asselner AWO-Begegnungsstätte Marie-Juchacz-Haus eröffnen. Neben Themen zur Arbeit der Siedlungsgemeinschaft stand eine Informations- und Diskussionsrunde mit dem zuständigen Bezirksleiter im Bereich Grün des städt. Tiefbauamtes, Lars Terme, auf der Tagesordnung.
Insbesondere die Themen „Grünpflege“, Eichenprozessionsspinner“, „Baumpatenschaften“ und „wilde Entsorgung des Grünschnittes“ sollten diskutiert werden.
Die Grünflächenpflege im neuen Wohngebiet Hohenbuschei zeigt sich zunächst kompliziert. Die Hohenbuschei GmbH pflegt alle neu angelegten Flächen, Pflanzen und Bäume bis zur Übergabe an die Stadt Dortmund. Nach Fertigstellung der einzelner Quartiersbereiche übernimmt das Tiefbauamt die Pflege des öffentlichen Grüns. Alle Wege und Straßenränder werden seit September 2019 gemäß Ratsbeschluss durch die EDG gepflegt. Die der Oberflächen-Entwässerung dienenden Angerflächen gehören zum Zuständigkeitsbereich der städt. Kanalentwässerung. Entsprechend der Zuständigkeit werden die einzelnen Grünflächen hinsichtlich Art und Häufigkeit unterschiedlich gepflegt.
Entlang der Straßen und Wege wird das Grün bis zu 2 m Tiefe geschnitten. Alle anderen Bereiche werden ein- bis zweimal jährlich gemäht oder bei Bedarf (stärkerer Bewuchs z.B. durch Brombeeren etc.) auch öfter. Es ist gewollt, dass das Grün höher wächst und somit einen geeigneten Lebensraum für Insekten und Vögel bietet.
Leider können einige der bei der Planung des Wohngebietes als schützenwert eingestuften Bäume und Grünflächen nicht erhalten werden. Zu dichte Bebauung an den Altbaumbestand sowie die Beseitigung des schützenden Unterholzes haben zu Schäden geführt, die in vielen Bereichen Neuanpflanzungen erfordern.
In den Angerflächen sollte keine intensive Nutzung erfolgen, da sonst der Boden verfestigt und die Entwässerungsfunktion beeinträchtig wird. Stattdessen sollten die Angerflächen reichlich mit hohen Pflanzen bewachsen sein, um so den Boden locker zu halten und gleichzeitig Nahrung und Unterschlupf für Insekten und Vögel zu bieten.
Lars Terme sieht kein Problem darin, wenn Kinder die Angerflächen durchstreifen oder stabile Bäume erklimmen. Sie lernen dabei die Natur quasi „hautnah“ kennen und zu achten.
Das Thema „Eichenprozessionsspinner“ wird von der Stadt intensiv und vorbeugend angegangen. So sind schon jetzt sechs Trupps für das gesamte Stadtgebiet gebildet, die in der nächsten Saison bei Bedarf für die Entsorgung der Belastungsquellen zuständig sind. Es bleibt aber dabei, dass das Wohngebiet Hohenbuschei in der Prioritätenliste nicht vorne steht. Lars Terme macht deutlich, dass die sich aus den Eichenprozessionsspinnerlarven entwickelnden Schmetterlinge nachtaktiv sind und ihre Eier gern in der Nähe von Lichtquellen ablegen. So wird je nach Intensität des Wínters die Bildung von neuen Nestern begünstigt. Die künstliche Beleuchtung
von Häusern und Gärten (Stichwort „Lichtverschmutzung“) sollte daher deutlich eingeschränkt
werden.
Auch das Anbringen von Nist-Kästen verspricht derzeit keine große Abhilfe. Eichenprozessionsspinner
werden von Meisen zwar gefressen, gehören aber nicht zu deren Lieblingsspeise. Es wird Vogel-
Generationen dauern, bis sich durch Meisen eine wirksame Entlastung ergeben wird. Geeignete
Nistkästen sollten vorwiegend im eigenen Gartenbereich angebracht werden, um eine regelmäßige
Reinigung nach der Brutsaison zu gewährleisten. Ein einfacher Nagel ist zur Anbringung der
Nistkästen besser geeignet, als ein Draht um den Stamm, der den Baum letztlich erdrosselt.
Baumpatenschaften werden von der Stadt Dortmund offiziell angeboten. Die Baumpaten müssen
dann jedoch fachkundig eingewiesen und regelmäßig geschult sowie vorschriftsmäßig mit
Sicherheitsbekleidung ausgestattet werden. Um der Bitte der Stadt zu folgen, in längeren
Trockenperioden Pflanzen und Bäume zu wässern reicht es sicher aus, wenn direkte Anlieger
mehrere Eimer Wasser pro Woche auf die – auch älteren – Pflanzen gießen. Frisch angepflanzte
Gehölze werden in den ersten 3 bis 5 Jahren von der Hohenbuschei GmbH oder dem Tiefbauamt
gewässert. Der Altbestand benötigt aber ebenso dringend Wasser. Daher sollten diese Pflanzen und
Bäume nicht ausgespart werden.
Die „wilde Entsorgung“ von Grünschnitt und sonstiger Abfall in den Grünflächen bereitet der Stadt
große Sorgen. Nicht nur die offensichtlich fehlende Einsicht, dass jede/r seinen eigenen Grünschnitt
in der braunen Tonne oder direkt bei der EDG zu entsorgen hat, sondern das dadurch verursachte
Ungleichgewicht im Nuturhaushalt führt zu Schimmel, Pilzbildungen, Bodenverunreinigungen und
Ungeziefer, das letztlich den Bestand der Grünanlagen nachhaltig gefährdet.
Auch der punktuell auftretende Rattenbefall, die Entwässerung der Siedlungsbereiche und die wenig
ökologische Gestaltung von (Vor-)Gärten waren weitere Inhalte der regen Diskussion.
Ulrich Gräf konnte daher Lars Terme danken für diese informative und lehrreiche Vortrags- und
Diskussionsrunde.
Gemäß Tagesordnung standen noch die Berichte zur Kassensituation sowie Rück- und Ausblick auf
der Tagesordnung. So konnte die Siedlergemeinschaft dank Anmietung einer Garage nun auch
größeres Inventar (z.B. Zelte, Biertischgarnituren, Grill) anschaffen, welches von den
Vereinsmitgliedern kostenlos zur eigenen Nutzung ausgeliehen werden kann.
In 2020 stehen wieder die traditionelle Ostereier-Suche, das Vatertags-Wandern, eine
Grünschnittsammlung und der Weihnachtsbaumverkauf auf dem Programm, welches durch das alle
zwei Jahre stattfindende Sommerfest sowie den 2019 erstmals ausgerichtete Hohenbuschei-Lauf
komplettiert wird.

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